Glossar

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* (Sternchen)

Wir benutzen das Sternchen hinter zugeschriebenen und selbst-gewählten Geschlechtsidentitäten, wie Trans*, Inter*, Mädchen*. Damit wollen wir zeigen, dass sich unter einem Begriff viele unterschiedliche Identitäten und Lebensweisen sammeln können. Wir finden, dass Identitätsformen vielfältig sind und oft auch über diese Begriffe hinaus gehen können.

_ (Unterstrich)

Wir benutzen häufig den Unterstrich in Benennungen von Personen oder Personengruppen wie zum Beispiel Musiker_innen, Techniker_in, Freund_innen. Dieser Unterstrich soll nicht nur Leute benennen und ansprechen, die sich als männlich (z.B. Musiker) oder weiblich (z.B. Musikerinnen) verstehen. Der Unterstrich soll Personen ansprechen und benennen, die sich weder als weiblich, noch als männlich oder als beides verstehen. Ausgesprochen wird das Wort mit einer kurzen Pause dort, wo sich der Unterstrich befindet. Hier könnt ihr euch über andere Schreibweisen informieren.

Cis/ Cisgeschlechtlich

ist eine Bezeichnung für eine Person, der nach der Geburt ein Geschlecht zugeordnet wurde (männlich oder weiblich) und die mit diesem Geschlecht/ der Geschlechterrolle leben bzw. leben können. Es ist das, was häufig als ‘normal’ angesehen wird und fast nie benannt wird, im Gegensatz zu Trans* oder Inter*. Cis-Personen haben viele Vorteile in der Gesellschaft, sind also privilegiert. Infos dazu bekommt ihr auch hier auf der Homepage des Netzwerkes Trans*Inter*Sektionalität und in dieser Broschüre von TransInterQueer.

Diskriminierung

Diskriminierung bedeutet, dass eine Person in ihrem Leben immer wieder benachteiligt wird. Diese Benachteiligung steht im Zusammenhang damit, dass diese Person einer sozialen Gruppe oder mehrerer sozialer Gruppen zugeordnet wird und/oder zugehört. Diese Gruppen haben in der Geschichte und Gegenwart Gewalt, Ausgrenzung, Abwertung und Benachteiligung erfahren. Der Zugang zu verschiedensten Bereichen, Geld und Positionen wird ihnen schwerer gemacht als privilegierten Leuten. Mit Diskriminierung verbunden ist auch die Idee davon, was als ‘normal’ gilt. Leute, die diskriminiert werden, werden oft als ‘anders’ oder ‘nicht normal’ angesehen. Einen ausführlicheren Text zu “Was bedeutet Diskriminierung?” findet ihr auch hier auf der Homepage des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit in NRW.

Empowerment

steht für die gemeinsame Bestärkung und Ermutigung von Menschen, die in der Gesellschaft Diskriminierungen erfahren. Empowerment kann heißen sich selbst wertschätzen zu lernen und Erfahrungen auszutauschen. Es kann auch bedeuten gemeinsam Projekte zu starten und eigene Themen, Erfahrungen und Wahrnehmungen zu benennen und sichtbar zu machen. Empowerment durch Musik kann zum Beispiel heißen gemeinsam Songs und eigene Texte zu schreiben, auch wenn du dir nie hättest vorstellen können, dass das kannst! Weitere aktuelle Informationen und Diskussionen um die Verwendung und Geschichte des Konzepts Empowerment findet ihr auf dem Blog Antifra. Hier könnt ihr ein Video von der Empowerment-Trainerin Tupoka Ogette anschauen.

Girls Rock Camps

fanden ab 2001 in den USA statt. Später gab es zum Beispiel auch Camps in Kanada, Schweden, Deutschland, Brasilien, Österreich, Polen, Frankreich und Irland. Ziel dieser Camps ist es Mädchen* zu ermutigen Musik zu machen, in Bands zu spielen, Songs zu schreiben. Den Girls Rock Camps ist das wichtig, weil die meisten Musikszenen sehr männlich dominiert sind. Es gibt viele Hürden für Mädchen* selbst Musik zu machen oder sich mit (Ton-)Technik zu beschäftigen. Einige Girls Rock Camps sind untereinander vernetzt in der Girls Rock Camp Alliance (GRCA). Ruby Tuesday e.V. ist Mitglied der Girls Rock Camp Alliance und Girls Rock Camp Alliance Europe

Inter*/ Intersexuelle/ Intergeschlechtliche Menschen

“(…) sehen sich als Männer bzw. Frauen, manche als intersexuelle Männer bzw. Frauen, Männer bzw. Frauen mit intergeschlechtlichem Körper. Andere verstehen sich als Transgender oder Trans*, als Zwitter, Intersex, Herm, als weder*noch, queer, oder sie verwenden mehrere der Bezeichnungen gleichzeitig. Ihnen ist gemeinsam, dass sie einen nicht den „Geschlechternormen“ entsprechenden Körper oder Chromosomensatz haben. Das zeigt sich bei vielen bereits bei der Geburt, bei anderen erst mit und nach der Pubertät.” schreibt TRIQ e.V. in der Broschüre: Inter*. Weiteres dazu lesen könnt ihr unter anderem hier auf der Homepage des Bundesverbands Intersexuelle Menschen e.V. und hier auf der Homepage von TransInterQueer e.V.

Trans*/ Transgeschlechtlich

ist eine (Selbst)bezeichnung für eine Person, der nach der Geburt ein Geschlecht zugeordnet wurde (männlich oder weiblich) und die mit diesem Geschlecht/ der Geschelechterrolle nicht leben kann und will. Es gibt viele unterschiedliche Trans*-Identitäten und Verständnisse. Manche nutzen Trans* als Selbstbezeichnung, manche auch nicht. Manche verstehen sich als männlich oder weiblich, manche verstehen sich als weder männlich noch weiblich. Es gibt auch Menschen die sich als beides verstehen und / oder jegliche geschlechtliche Kategorien für sich ablehnen. Weitere Informationen gibt es dazu unter anderem in diesen Publikationen von TransInterQueer e.V.. In der Broschüre:
Benachteiligung von Trans* Personen, insbesondere im Arbeitsleben
werden verschiedene Trans* Konzepte und Identitätsbegriffe ausführlich erklärt.

Klassismus

teilt Menschen in unterschiedliche soziale Klassen ein und bevorzugt Menschen, die der Mittelklasse angehören. Lebensstil, Verhalten, Hobbies, Beruf oder Wissen der Arbeiter_innenklasse und Armutsklasse werden abgewertet und lächerlich gemacht. Gleichzeitig wird Mittelklasse-Kultur als das angesehen, was alle toll finden und woran sich alle orientieren sollen. Klassismus bedeuet auch, dass Menschen augeschlossen werden oder sie nicht teilnehmen können, weil bestimmte Dinge oder Aktivitäten viel Geld kosten. Weiter dazu informieren könnt ihr euch zum Beispiel in diesem Audiostück auf dem Blog von Clara Rosa.

Mädchen*

Als Mädchen* beschreiben wir Personen, die sich selbst als Mädchen verstehen und/oder so bezeichnet werden. Einige wurden und werden von anderen als Mädchen wahrgenommen, anerkannt und auch so benannt, einige nicht. Wir finden die Erwartungen an Mädchen* und Bilder die es über Mädchen* gibt veränderbar. Jede Person sollte sich unabhängig von geschlechtlichen Einteilungen und Alter ausdrücken und selbstbezeichnen können und in ihrer Persönlichkeit anerkannt und gewertschätzt werden.

People of Color (PoC)

ist eine politische (Selbst)Bezeichnungen für Menschen, die rassistisch diskriminiert werden.
“Die Bezeichnung ist in der Bürgerrechtsbewegung in den USA entstanden und zielt darauf ab, die unterschiedlichen Gruppen, die Rassismus erfahren, zu vereinen, um so Kräfte zu bündeln und gemeinsam gegen Rassismus zu kämpfen.” (aus dem Glossar der Broschüre “Intersektionale Pädagogik” von i-PÄD)

Privilegierung

bedeutet, dass eine Person in ihrem Leben viele Vorteile genießt. Diese Bevorzugung steht im Zusammenhang damit, dass diese Person einer oder mehrerer sozialen Gruppen angehört. Diese Gruppen haben in der Geschichte und Gegenwart Gewalt, Ausgrenzung, Abwertung und Benachteiligung ausgeübt, aufrechterhalten und/oder davon profitiert. Für sie ist der Zugang zu verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen und Positionen leichter möglich als für diskriminierte Personen. Oft nehmen privilegierte Leute ihre Vorteile nicht wahr und halten sie für selbstverständlich. Mit Privilegierung ist auch eine Idee davon verbunden, was als ‘normal’ gilt. Leute, die privilegiert sind, werden oft als ‘normal’ angesehen und legen fest, was oder wer als ‘anders’ gilt.

Rassismus

beschreibt ein System, das die Überlegenheiten von weißen Menschen gegenüber People of Color und Schwarzen Menschen herstellt und aufrechterhält.

“Weiße Menschen haben mehr Zugänge zu Machtpositionen, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe. Auf der anderen Seite befinden sich Schwarze Menschen und People of Color (POC), die zahlreiche Ausschlüsse erfahren. Sie werden als nicht-weiß gesehen, und somit als “anders” beschrieben. (…) Rassismus ist nicht nur ein institutionelles Problem sondern eines, welches im Alltag von allen POC, Schwarzen Menschen und anderen selbstbezeichneten Gruppen auftritt.” (aus der Broschüre Intersektionale Pädagogik von I-Päd)

Rassistisches Handeln zeigt sich unter anderem auch in (positiven wie negativen) verallgemeindernden Zuschreibungen zum Beispiel von Fähigkeiten, Eigenschaften und/oder Herkunft. Es steht in Zusammenhang mit der Geschichte von Kolonialismus, in der weiße Menschen Ideen von ‘Rassen’ und ‘Hautfarben’ entwickelt haben und People of Color und Schwarzen Mensschen Gewalt angetan haben um sich selber aufzuwerten. (Link zu einem “Audioguide” über deutschen Kolonialismus) Weiterinformieren könnt ihr euch auch auf der Braune Mob e.V..

Schwarz

Im Jugendreader von “Homestory Deutschland. Schwarze Biografien in Geschichte und Gegenwart” wird Schwarz folgendermaßen erklärt:

„Schwarz ist eine Selbstbezeichnung von Menschen mit afrikanischer Herkunft oder afrikanischem Erbe. Er bezieht sowohl Afrikaner_innen als auch in der Schwarzen Diaspora lebende Personen ein. Angelehnt ist er an das englische „Black“, das aus der Schwarzen Bürgerrechts- und der Black Power Bewegung der 1960er und 1970er Jahre in den USA hervorging. Wie „Black“ wird auch „Schwarz“ groß geschrieben. Damit soll deutlich gemacht werden,dass es sich um einen politischen Begriff handelt, der verschiedenste soziale Erfahrungen, Lebensrealitäten und Widerstandstraditionen von Schwarzen Menschen in weißen, von Rassismus geprägten Gesellschaften einschließt und miteinander verbindet. Übrigens: Schwarz bezieht sich nicht auf die Hautfarbe! Und Weiße können nicht bestimmen, wer Schwarz ist und wer nicht. “ S.52

Auch der Begriff Diaspora/Schwarze Diaspora wird dort erklärt:

“Der Begriff Diaspora kommt aus dem Griechischen, heißt wörtlich Verstreutheit und bezeichnet Gruppen von Menschen, die eine ursprüngliche Heimat verlassen haben oder verlassen mussten, um sich woanders niederzulassen.

Der Begriff „Schwarze Diaspora“ beschreibt die Gesamtheit Schwarzer Communities außerhalb des afrikanischen Kontinents. Die größten Schwarzen diasporischen Communities sind in Brasilien, den USA und der Karibik. Sie entstanden durch die Verschleppung von Afrikaner_innen während des Verskalvungshandels. Im Zur weltweiter Migratonsbwegungen ist die Schwarze Diaspora inzwischen auf allen Kontinenten zu finden. In Europa sprechen wir von der Schwarzen europäischen Diaspora.” S.52

Weißsein/ weiß

ist eine politische Bezeichnung für Menschen, die in Bezug auf Rassismus privilegiert sind. Weiteres dazu könnt ihr hier oder hier erfahren.

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